StartUlrich SiewersPublic RelationsOsteifel-aktivAktivitätenBücherweltPublikationenFotosKunstInteressante LinksKontaktImpressum
Paul Krenz
Peter Krebs
Josef Siewers sen.




Ich bin Paul Krenz vor über zehn Jahren zum ersten Mal begegnet. Ich schrieb damals gerade meine ersten Artikel für den Bonner General-Anzeiger-Online. Wir trafen uns zufällig im Heimatmuseum Bonn-Beuel. Ich war vom ersten Anblick der filigranen Technik von Pauls Bildern ebenso fasziniert wie von seiner unglaublichen Energie und seiner mitreißenden Spontaneität. Selbst Papst Benedikt XVI zeigte sich davon beeindruckt...


Der bekennende Katholik Paul Krenz mit seiner Ehefrau Irma
bei Papst Benedikt XVI in Rom 2006




Geboren wurde Paul Krenz 1948 in der Ukraine. Seine Vorfahren waren einst aus Schwaben dem Ruf Katharinas der Großen gefolgt. Mit ihnen gelangte die Intarsienkunst, die in der Familie von Generation zu Generation weitergegeben wurde, in das fruchtbare Land am Dnjepr und Wolga.

Die Jahre der Kindheit waren oft hart. Während der kalten Wintermonate musste Paul Krenz monatelang zu Hause bleiben, weil das Geld für warme Kleidung und Schuhwerk fehlte. Als Spielzeug hatte er Holzstücke, die seine Mutter für das Herdfeuer herbeischaffte. Statt Bilderbüchern betrachtete er die Maserungen in den Möbeln, den Dielenbrettern und an den hölzernen Wänden. "In meiner Fantasie wurden die Adern des Holzes zu Geschichten und Figuren, zu Landschaften und biblischen Szenen, die mich mein ganzes Leben begleiten".

Nach der Schulzeit wurde Paul Krenz an einer Schule für künstlerische Berufe zum Kunstschreiner ausgebildet und erhielt ein Stipendium, das ein Hochschulstudium ermöglichte, welches er 1974 abschloss. Nach erfolgtem Militärdienst wurde Intarsienkunst die Lebensaufgabe.

Die UDSSR machte sie ihm nicht gerade leicht: Krenz musste fünf Jahre lang auf der Insel Sachalin den Archipel Gulag erdulden. Nach dem politischen Wandel unter Gorbatschow bemühte er sich um eine Anerkennung als Deutschstämmiger, um in die Bundesrepublik überzusiedeln.

Nach erheblichen Schwierigkeiten mit den ukrainischen Behörden führte ihn sein Weg mit der Familie über die damalige Tschechoslowakei in die Bundesrepublik.

Den Hauptteil seiner geschaffenen Werke musste Krenz schweren Herzens in der Ukraine zurücklassen.




Einst zierten Intarsien die Möbelstücke der Herrschenden. Berühmte Handwerker wie David Röntgen schufen im XIX. Jahrhundert erlesene Meisterstücke. Der Zeitaufwand für die zierlichen Einlegearbeiten ließ sich schon bald nicht mehr bezahlen.

Paul Krenz ist einer der ganz wenigen Intarsienmeister Europas, die das alte Handwerk in höchster Vollendung ausüben. Bestätigt wurde die Bezeichnung "Intarsienmeister" 1996 durch den Meisterbrief des Regierungspräsidenten zu Köln.


Grashüpfer mit Blumenstrauß
Intarsiertes Stilleben



Was der Bauer nicht kennt....Laut Brockhaus ist die Intarsienkunst, die Fertigkeit, aus kleinsten Holzteilen Bilder und Möbel zu schaffen, bereits ausgestorben.

In West-Deutschland trifft Paul Krenz auf eine etablierte Kunstszene, in der ranzige Butterschmiere in Verbindung mit Sperrmüll als Bestandteil eines Kunstwerkes eher akzeptiert wird als ausgesuchte und zurecht geschnittene Holzfurnierstückchen, deren Gesamtanordnung Bilder von Blumen, Landschaften oder figürlichen Darstellungen ergeben...









Anatomie des Holzes

von innen beleuchtetes Objekt aus Pappelholz, 2006




Die mit großer Akribie, fundiertem Wissen und einem untrüglichen Auge gefertigten Intarsienbilder von Paul Krenz nimmt kaum ein westdeutscher Kunsttempel ernst.

Paul kämpfte und schaffte zwei Einträge ins Guinness-Buch der Rekorde - gegen meinen gut gemeinten Rat....




Wer jetzt mehr über meinen Freund Paul Krenz erfahren möchte,
findet auf seiner Homepage viele spannende und sehenswerte
Informationen und natürlich seine Bilder, Skulpturen und Möbel.




Vielförmigkeit
intarsierte Skulptur



(Alle Fotos: Paul Krenz)






 
Top