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Das aufgeregte Spaziergängerpärchen ist sich ganz sicher: “Wir sind heute Nachmittag am Weiselstein einer Kreuzotter begegnet! Die war richtig aggressiv, hat gezischt und wollte nach uns schnappen“. Von ähnlich aufregenden Erlebnissen habe ich in den vergangenen Jahren immer wieder gehört oder gelesen. Sogar der Eifelkrimi-Autor Jacques Berndorf ist davon überzeugt, dass die Kreuzotter in den Kalktriften der Eifel daheim ist (Wie alles begann in „Eifeltäter“, 2001). Ich würde ihm und unserem Spaziergängerpärchen nur zu gerne recht geben, denn ein Vorkommen der Kreuzotter in unserer Eifelheimat wäre eine wirkliche Bereicherung unserer Fauna.

Die bekannteste Giftschlange Deutschlands, die Kreuzotter (Vipera berus), gilt zwischen Rhein, Schelde und Mosel seit vielen Jahren als ausgestorben. Selbst im Hohen Venn, wo sie ideale Lebensbedingungen hätte, ist sie längst verschwunden. Die „Rote Liste“ des Landes Rheinland-Pfalz meldet offiziell kein Vorkommen. Im Nachbarland NRW gilt die Kreuzotter als „vom Aussterben bedroht“. Seit dem Jahr 1900 liegen keine Beobachtungsnachweise für das Eifelgebiet vor. Offensichtlich beruhen die zuvor genannten Berichte auf Begegnungen mit der Glatt- oder Schlingnatter, die in manchen Gegenden auch als Haselnatter bezeichnet wird.




Die Kreuzotter wird immer wieder mit der ungiftigen Glatt- oder Schlingnatter verwechselt (Foto:Józef Kazimierz Sokołowski / WIKIMEDIA)

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Typische Rückenzeichnung einer Kreuzotter
gefunden im Jossgrund (Spessart/Rhön)
(Foto: Markus Schwederski)


Junge Glattnatter Im Gegensatz zur Kreuzotter ist die Glatt- oder Schlingnatter (Coronella austriaca) nicht mit Giftzähnen bewaffnet, dafür aber als durchaus angriffs- und beißlustig bekannt, wenn sie in die Enge getrieben wird. Ich selbst habe vor einigen Jahren in einer Weinbergsmauer am Rotweinwanderweg (Ahrtal) ein knapp handlanges Jungtier erlebt, das immer wieder wütend meinen ausgestreckten Zeigefinger attackierte und dabei leise Zischlaute von sich gab. Für meine Kinder und andere Mitwanderer war das ein tolles Erlebnis. Mit einem erwachsenen Tier hätte ich es kaum gewagt, mein Spielchen zu treiben, denn der Biss einer Schlingnatter ist durchaus schmerzhaft – aber keinesfalls giftig.




Die Glatt-oder Schlingnatter bringt ihre Jungen lebend zur Welt. Die Jungtiere sind also vom ersten Tag ihres Lebens an auf sich allein gestellt (Foto: Nicht länger bei Wikipedia eingestellt, Fotograf unbekannt)



Die erwachsene Schlange erreicht eine Körperlänge von bis zu 80 Zentimetern. Ihr Körperbau wirkt muskulös. Ihr länglich schmaler Kopf ist abgeflacht mit leicht zugespitzter „Schnauze“. Die Pupillen sind wie bei allen Nattern rund. Die Haut trägt glatte Schuppen (Name!) und ein dunkles Längsband auf beiden Körperseiten reicht von der Schnauzenspitze durch das Auge bis zum vorderen Körperdrittel. Die Oberseite der Tiere ist sehr variabel gefärbt und reicht von braun über grün bis gräulich. Arttypisch ist ein dunkler U-förmiger Fleck am Hinterkopf. Auf dem Rücken setzen sie diese Flecken sich in Längsreihen fort. Bei einzelnen Exemplaren verfließen die Rückenflecken zu einem Zick-Zack-Band, wodurch eine gewisse Ähnlichkeit mit der Kreuzotter entsteht.

Die Schlingnatter stellt an ihren Lebensraum keine besonderen Ansprüche. Sie ist fast überall in Europa verbreitet. Als wechselwarmes Reptil bevorzugt sie sonnige Heidelandschaft und Magerrasenwiesen. Aber auch Waldränder, Auwälder und in Heckenraine bieten geeignete Habitate. Man findet sie auch häufig an Bahndämmen, auf Geröllhalden und in Weinbergen. Selbst in der Nähe menschlicher Ansiedlungen ist sie heimisch, sofern sich ausreichende Versteckmöglichkeiten bieten und sie genügend Beutetiere vorfindet. Als Nahrung dienen ihr bevorzugt Blindschleichen, Eidechsen, Jungschlangen, Frösche und Kleinsäuger. Ihre Jungen, 3 bis 12 Jungtiere, kommen im Spätsommer lebend zur Welt. Den Winter verbringen die Tiere schlafend unter Laubhaufen, Steinschüttungen oder unterirdisch in verlassenen Kaninchenbauten. In Deutschland steht die Schlingnatter unter Naturschutz. Die „Rote Liste Rheinland-Pfalz“ nennt ihren Bestand „gefährdet“.

Eine weitere ungiftige Schlangenart wurde erst vor kurzer Zeit im LIFE-Projekt gesichtet. Unserem Projektleiter Hans-Friedrich Hollederer gelang es, das wunderschöne oliv-grün gefärbte Exemplar einer Ringelnatter am Stucksberg (bei Schalkenbach, VG Brohltal, Kreis Ahrweiler) abzulichten.

Es gibt auch eher dunkelgraue oder braungraue Exemplare. Ringelnattern sind leicht leicht erkennbar an dem weiß- bis gelblich-schwarzen halbmondförmigen Zeichnungen (Name!) hinter dem Kopf und den typischen runden Augen. Die Tiere erreichen eine Körperlänge von bis zu 1,20 Meter und sind sowohl auf dem Lande als auch im und unter Wasser für Beutetiere wie Eidechsen, Molche, Frösche, Mäuse, Regenwürmer, kleine Fische und Kaulquappen eine große Gefahr. Ringelnattern sind ausgezeichnete Schwimmer. Aber auch weitab von Gewässern passen sie sich den gegebenen Zuständen an. Man findet Ringelnattern im Gebirge auch noch auf 2.300 Meter Höhe.

H.-F. Hollederer begegnete dieser Ringelnatter am Stucksberg
bei Schalkenbach (Krs. Ahrweiler)


Ihre ärgsten Feinde sind neben dem Menschen Greifvögel, Igel und Katzen. Dabei ist die Ringelnatter alles andere als eine leichte Beute. Fühlt sie sich bedroht, verschwindet sie in der Regel schnell in das nächste sich bietende Versteck. Manchmal verhält sich die Ringelnatter aber auch ganz anders: Wird sie z.B. während einen Sonnenbades plötzlich überrascht, bäumt sie sich wie eine giftige Kobra auf, zischelt mit ihrer Spaltzunge und stößt mit dem Kopf in die Richtung des (vermeidlichen) Angreifers. Das Maul bleibt dabei geschlossen. Manchmal stellt sie sich auch ganz einfach tot. Wird sie angefasst oder aufgehoben, entleert die Ringelnatter dann gerne ihre Kloakendrüse, die eine übelriechende, gelblichweiße Flüssigkeit enthält. So wehrt sie sich seit Jahrtausenden erfolgreich gegen Fressfeinde aller Art.

In einer Winterstarre verbringen die Ringelnatter die „Kalte Jahreszeit“ bevorzugt in Komposthaufen, frostfreier Erde, Baumstubben oder Laubhaufen. Ab März bis April verlässt sie dieses Versteck, abhängig von den Außentemperaturen. Ringelnattern können so 20 bis 25 Jahre alt werden.

Die Ringelnatter (Natrix natrix) wird auf der „Roten Liste“ der Länder Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen als „stark gefährdet“ eingestuft.

Eine weitere einheimische Schlange kommt in verschwindend geringer Zahl an der unteren Mosel vor. Es handelt sich dabei um die ebenfalls für den Menschen völlig harmlose Würfelnatter (Natrix tessellata). Auch sie wird häufig mit der Kreuzotter verwechselt. Fälschlicherweise wird sie auch als „Wasserschlange“ bezeichnet, weil sich ihr Leben hauptsächlich am, im und unter Wasser abspielt. Die Würfelnatter ernährt sich überwiegend von kleinen Fischen, Fröschen und Kaulquappen. Sie ist in ihrer grau-braun-grünen Färbung hervorragend an ihre Umgebung angepasst, wo sie sich die meiste Zeit völlig reglos verhält.

Wird eine Würfelnatter in die Enge getrieben, richtet sie sich mit dem vorderen Körper auf und stößt Zischlaute aus. Dieses Verhalten hat schon oft dafür gesorgt, dass man sie totgeschlagen hat. Dabei gilt das Tier als äußerst beißfaul und flieht bei der geringsten Gefahr meist unter Wasser in ein sicheres Versteck.

Auf der „Roten Liste“ des Landes Rheinland-Pfalz wird die Würfelnatter als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft. Im Nachbarland NRW wird kein Vorkommen gemeldet.

Würfelnatter (Foto: Orchi / WIKIMEDIA)


Aeskulapnatter_AhrtalErst wollte ich es zunächst nicht glauben. Ein Wanderfreund, Kurt Wans aus Krefeld, berichtete mir am Telefon über die Begegnung mit einer Äskulapnatter auf dem Radweg zwischen Dernau und Rech im Ahrtal am 02.10.2011. Erst als ich seine Fotos von dem Ereignis zu Gesicht bekam, wurde mir klar, dass es sich bei dieser Begegnung tatsächlich um ein Ereignis von großer Bedeutung für den Natur- und Artenschutz im Kreis Ahrweiler handelt. Es gibt offensichtlich ein Vorkommen der Äskulapnatter in der Eifel. Bisher wurde lediglich ein Vorkommen im Bereich Rheingau-Taunus und im Odenwald bestätigt. Immerhin ist die Äskulapnatter in der Roten Liste der Bundesrepublik Deutschland in die Kategorie 2 – stark gefährdet – eingeordnet. In Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gilt sie als ausgestorben.


Eindeutig - es ist tatsächlich eine Äskulapnatter (Foto: Kurt Wans, Krefeld)

Die ungiftige Äskulapnatter ist das Wappentier der Ärzte und Apotheker. Auf antiken Darstellungen hält Asklepios, der altgriechische Gott der Heilkunst, in seiner linken Hand einen Stab, um dessen Schaft sich eine Schlange windet. Der Äskulapstab gilt als Symbol für Wohlstand, Wohlergehen und Fruchtbarkeit. Durch die einsetzende Romanisierung der griechischen Götter im 3. Jh. vor Christus wurde aus Asklepios der römische Gott Äskulap, der als gekrönte Schlange gekommen war, um den wütenden Pestepidemien in Rom ein Ende zu setzen.

Auskulapnatter_an_der_AhrDie Äskulapnatter (Zamenis longissimus) ist die mit Abstand größte einheimische Schlangenart. Männliche Äskulapnattern werden bis zu 1,6 Meter lang, die Weibchen bleiben etwas kleiner. Auf der Jagd nach Beute erklimmt die häufig grünlich, aber auch in anderen Farbschattierungen schillernde Würgeschlange sogar hohe Bäume. Sie ernährt sich überwiegend von Kleinsäugern wir z. B. Mäusen, macht aber auch vor Vogeleiern oder jungen Vögeln keinen Halt. Das Weibchen legt im Juni oder Juli fünf bis acht Eier, aus denen nach 60 Tagen die jungen Nattern schlüpfen. Die Schlange ist tagaktiv, verlagert jedoch besonders im Hochsommer ihre Hauptaktivitätsphasen in die Morgen- und Abenddämmerung. Bei sehr großer Hitze versteckt sie sich im Schatten. In den Wintermonaten verkriecht sich die Natter und hält, abhängig vom Klima, eine fünf bis sechs Monate andauernde Winterruhe. Äskulapnattern können gut 30 Jahre alt werden >>> mehr

Das Exemplar auf dem Radweg war gut 120 cm lang (Foto: Kurt Wans, Krefeld)

Wie die seltene Art in unsere Eifel gekommen ist, bleibt vorläufig ein Rätsel. Dass ein Vorkommen der aufälligen Art an der Ahr so lange übersehen wurde, glaubt der Diplombiologe Jörg Hilgers, langjähriger Biotopbeauftragter des Kreises Ahrweiler, eher nicht. Vieles spricht seiner Meinung nach für eine Aussetzung, wie das bedauerlicherweise schon häufiger praktiziert wurde. Er berichtet auch vom Fund eines leider überfahrenen Tiers vor 1-2 Jahren im Ahrtal. Möglicherweise ein weiterer Hinweis auf eine kleine Population, deren weitere Beaobachtung sicher spannend sein wird.

Gleichwohl wäre eine Verbreitung der Äskulapnatter im Ahrtal eine Bereicherung unserer Fauna, die sicher von allen Naturfreunden begrüßt wird.


Auch wenn es sich bei der in der Eifel häufig vorkommenden Blindschleiche (Anguis fragilis) nicht um eine Schlange sondern um eine Verwandte unserer Eidechsen handelt, sollte sie an dieser Stelle einmal vorgestellt werden. Ihr Name ist irreführend, den sie ist weder blind noch kann sie schleichen. Er stammt vermutlich aus dem Althochdeutschen und bezieht sich auf ihre glänzende (blendende) Hautfärbung, die von silbrig-grau bis kupferfarben reicht.





Blindschleichen sind wechselwarme Tiere. Da sie sich zum Sonnen gerne auf Straßen und Wege legen, werden sie häufig tot gefahren 

Ihr Lebensraum ist sehr variabel. Hausgärten sind ebenso beliebt wie Straßen- und Wegsäume. Die Blindschleiche ernährt sich überwiegend von Nacktschnecken und Regenwürmern. Dabei ist sie selbst eine Gejagte: Für Taggreife und Krähenvögel ist sie eine ebenso willkommene Beute wie für Schlangen, Füchse und streunende Hauskatzen. Um zu überleben überlistet sie ihre Feinde mit einem besonderen Trick: Ihr Schwanzende ist von Natur aus mit „Sollbruchstellen“ ausgestattet. Wird sie am Schwanz gepackt, stößt sie diesen einfach ab und bringt den restlichen Körper in Sicherheit. Während ihr Jäger mit dem wild zuckenden Rest beschäftigt ist, verharrt die Blindschleiche völlig reglos in der Nähe, bis „die Luft rein ist“. Das Schwanzende wächst später wieder nach. Die überaus nützlichen Blindschleichen können bis zu 50 Jahre alt werden, wenn sie zuvor nicht von Feinden erjagt, von Insektiziden vergiftet, von Autos platt gefahren oder von unwissenden Menschen erschlagen werden.

Zwei Videos im Internet zeigen beeindruckend, wie die Blindschleiche bei Gefahr reagiert:

Video 1
Video 2


Am 11.03.2008 schrieb Robert Gier aus Aachen: 

In Punkto Vipera berus (Kreuzotter) kann ich hinzufügen, dass ich ein sonnendes Männchen im Rurtal zwischen Hammer und Dedenborn ohne Scheu länger beobachten konnte (allerdings ca 15 Jahre her) Verwechslung absolut ausgeschlossen!!

Vielen Dank für diese Anmerkung, denn sie lässt hoffen, dass es tatsächlich noch vereinzelte Vorkommen dieser seltenen Spezies in der Eifel gibt.

Robert Gier ist ambitionierter Schlangenliebhaber und außerdem ein ausgezeichneter Fotograf. Zusammen mit seiner Frau hat er wunderbare Aufnahmen ins Netz gestellt > mehr

Am 22.05.2008 erreichte mich eine Mail von Andreas Faas aus Rodalben:
 
"Nach meiner Kenntnis existiert aber im Wiesental (südlicher Schwarzwald) ein isoliertes Vorkommen der Aspisviper, deren Gift stärker ist, als das der Kreuzotter."

Danke Andreas, das war mir tatsächlich unbekannt. Ich habe meinen Artikel entsprechend geändert. Mehr zu dieser Schlange, die in Frankreich und Spanien recht häufig vorkommt, finden Sie > hier


Aspisviper 
(Foto: Markus Schwederski)

Der in Fachkreisen renommierte Markus Schwederski aus Bonn schrieb am 17.11.2011:

Ihren Artikel zu "Giftschlangenin der Eifel?" fand ich sehr interessant. Das man akutell Äskulapnattern (Zamenis longissimus) mittlerweile im Ahrtal findet, wusste ich auch nicht.Nach "Amphibien und Reptilien in Rheinland-Pfalz" (1996) wirderwähnt, dass Leydig (1883) ein Exemplar bei Trier, ohne eine Angabe desgenauen Fundortes, erwähnte. Im Raum Mainz ist Z. longissimus nicht selten,wobei vermutet wird, dass es sich um ausgesetzte oder entwichene Tiere handelt.
Das einzige Vorkommen der Aspisviperim Südschwarzwald wurde von Fritz et al. (1985) und Cambensy (1984) beschrieben.In der Nähe von Metz ist es wahrscheinlicher, ein Exemplar zu finden. An den Steilhängen hatte ich mal mit Herrn Dipl. Biol. Ludwig Trutnau ein Exemplar gefunden, das fast annähernd melanistisch (eine stark schwärzlich ausgeprägte Pigmentierung, Anmerkung d. Redaktion) war. Allerdings hatte dieses Tier auch einige Brandnarben.
Das Vorkommen der Kreuzotter (Viperaberus) in der Eifel und dem Hohen Venn ist für mich am interessantesten. Das bisher einzige Vorkommen in der Eifel wurde von Le Roi und Rechensperger (1913) bei Schevenhütte bzw. Wenau im Wehetal beschrieben (Hecht 1928). Um 1820 sollein Mann in Bad Bertrich an einem Schlangenbiss verstorben sein (Schäfer 1844).


Die angeborene Scheu vor uns Menschen hindert unsere einheimischen Schlangen nicht daran, in ihrer Nähe zu leben. Zahlreiche Zuschriften belegen, dass sie immer wieder in Gärten beobachtet werden, die ihrem natürlichen Habitat nahe kommen.

Eine Glatt- oder Schlingnatter in der Garagenzufahrt
von Gerhard Stotzem aus Ahrbrück
(Foto: G. Stotzem)

Gerhard Stotzem aus Ahrbrück berichtet von regelmäßigen Begegnungen mit Glattnattern auf seinem Grundstück: Es liegt an einem Südhang am Kesselinger Bach, ca. 100 m von dessen Mündung in die Ahr. Vor dem zweiten Weltkrieg war es ein Weinberg. Heute steht im oberen Bereich lockerer Mischwald und niedriges Buschwerk,  nach Westen hin mit größeren Gras- bzw. (zur B257 hin) Felsflächen. Unterhalb des Hauses ist der Hang mit Gras bewachsen und die ursprüngliche Weinbergsmauer trennt das Grundstück von der Straße.

Dirk Huizing aus Langerwehe am nördlichen Rand der Eifel entdeckte kürzlich eine Ringelnatter von 120 – 140 cm Läge in seinem Gartenteich. Er und seine Familie hoffen, dass sich die Schlange bei ihnen ansiedelt. Aus diesem Grund meiden sie den direkten Bereich um die Schlange. Deshalb wurde das abgebildete Ringelnatterportrait mit dem Teleobjektiv aufgenommen.

Diese Ringelnatter fühlt sich im Garten von Dirk Huizing
in Lagerwehe offensichtlich wohl. Ihr Versteck unter dem
Abdeckblech verlässt sie lediglich zur Nahrungssuche.
(Foto: D. Huizing)

Nicht immer sind Ringelnattern in der Nähe von Gartenteichen willkommen. Mir wurde in einem Fall berichtet, dass die exzellenten Schwimmer und Jäger in einem Sommer sämtliche Goldfische verschlungen hätten. Den Verlust habe man jedoch mit Fassung getragen.


WennSie einer Schlange begegnen, geben Sie ihr die Chance, sich zurückzuziehen. Vermeiden Sie jegliche Annäherung mit Stöcken oder ähnlichen Gegenständen. Jedes Tier, ob giftig oder nicht, wehrt sich, wenn es sich bedroht fühlt oder in die Enge getrieben wird.

 
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