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Ich selbst bezeichne mich nicht gern als
Wanderbuchautor. Ich bin froh, dass mir meine Verlegerin die Chance gibt, etwas
anderes zu schreiben, als „Gebrauchsanleitungen“ für Wanderfreunde. Deshalb gibt es auch treue Leser meiner Bücher, die selbst nicht oder nicht mehr auf Wanderschaft gehen..
Dass sich bei der Redaktion eines Buches Fehler
einschleichen, vor allem in der hektischen Phase vor der Drucklegung, bedaure
ich sehr. Korrekturen, aktuelle Ergänzungen und Anmerkungen finden Sie > hier.
„Wandern ist eine Form des
Gehens, eine Sportart oder Freizeitbeschäftigung, die in der Natur ausgeübt
wird. Man unterscheidet dabei zwischen „zweckfreiem“ und „zweckgebundenem“
Wandern. Zweckfreies Wandern dient dem Selbstzweck, der Erbauung oder Ertüchtigung,
während zweckgebundenes Wandern früher zumeist speziellere Gründe hatte wie
Forschung, Arbeitssuche, Walz, Flucht oder Handel.“
Als Buchautor fühle ich mich
glücklich, dass es mir in diesem Land gestattet ist, eine andere Meinung zu
vertreten. Um akademischen Disputen entgegenzuwirken, habe ich die beiden Worte
„Erlebnis“ und „Wandern“ miteinander verbunden und das, was ich damit
ausdrücken möchte, seit dem Jahr 2000 in bisher sechs Bänden der Reihe „Lust
auf Natur“ veröffentlicht.
Ich schließe mich gerne der
Perspektive der Erlebnispädagogik an, wonach Erlebnisse Bewusstseinsvorgänge
sind, in denen der Mensch tief innerlich und ganzheitlich von der Sinn- und
Wertfülle eines Gegenstandes ergriffen wird. Erlebniswandern ist bewusste
Wahrnehmung der Umwelt und der Vorgänge, die sie prägen. Das Wissen um die
biologischen, geschichtlichen und sozialen Hintergründe erhöht den Wert dieser
Beobachtungen. Statt Freizeitbeschäftigung wird Wandern somit erlebte Freiheit
ohne den Zeitdruck des Alltags. Deshalb sind für mich „Verweilzeiten“ viel
wichtiger als „Gehzeiten“. Nur durch das bewusste Erleben von Zeit und Raum
erfährt der Wanderer so den eigentlichen Wert des unterwegs Erlebten.
Umwelt bezeichnet die umgebende Welt in unterschiedlichen
Zusammenhängen. Seit Menschen die Erde bevölkern, gibt es eine soziale, eine
kulturelle sowie eine natürliche Umwelt. Solange sie als Jäger und Sammler
durch das Land streiften, gab es allenfalls unterschiedlich gute Jagdreviere
oder Fanggründe. Spätestens als die Menschen begannen, die Wälder zu roden um
Siedlungen zu bauen und Äcker anzulegen, änderten sich die Wertbegriffe in
Sachen Umwelt. In dieser Zeit entstand der biblische Auftrag "Macht euch
die Erde untertan".
Wer seine natürliche Umwelt bewusst erleben und begreifen
möchte, kommt an ihrer Geschichte nicht vorbei. Wir leben in einer von
Menschenhand geschaffenen und sich ständig im Wandel befindlichen Umwelt. Wo
vor kurzem im Talgrund noch bunte Rinder auf grünen Wiesen weideten, wuchert
heute Gestrüpp. Statt dem frischen Grün des Winterroggens leuchtet im Frühjahr
überall im Land das satte Gelb der Rapsfelder. Der kreisende Flug des Bussards
über den Eifelhöhen verschwindet, weil vielerorts gigantische Rotorblätter im
Wind drehen und dem Raubvogel keinen Platz mehr lassen. Es liegt mir dennoch fern zu
behaupten, früher wäre das Land viel schöner, besser oder gar romantischer
gewesen. Nach unserem aktuellen Werteverständnis war die sogenannte gute alte
Zeit tatsächlich alles andere als gut. Wir erleben ständig Strukturwandel, ob wir es wollen
oder nicht.
Und deshalb beschreibe ich gerne - wie Kritiker
meinen, zu ausschweifend - Hintergründe und Zusammenhänge, mache auf kleine
Dinge am Wegesrand aufmerksam und bringe meine Freude darüber zum Ausdruck,
wenn nach Jahren der Abwesenheit wieder Kornblumen, Ackerwinde und Mohn am Rand
der Kornfelder blühen. Das ist Strukturwandel, über den ich mich freue.
Ökologie und Ökonomie müssen sich heute nicht mehr grundsätzlich ausschließen.
Unter Leseproben finden Sie zahlreiche neue Texte, die demnächst in Buchform erscheinen werden. Ein Roman liegt bereits in der Schublade Seit Jahren habe ich das Grundgerüst für einen Eifel-Roman skizziert. Nein, nicht für einen Eifel-Krimi, sondern für eine an "Romeo und Julia" erinnernde Geschichte mit historischem Hintergrund. Eines sei jetzt schon verraten: Es gibt ein glückliches Ende! | |||||||||||||||||||